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Schloss-Schule Stolzenau trennt sich von ihrem Paten Sebastian Edathy

Die Gesamtkonferenz der Schloss-Schule Stolzenau hat am 11.6.2014 einstimmig die Auflösung des Patenschaftsverhältnisses beschlossen.
Die AG „Schule ohne Rassismus“ hat ihren Antrag wie folgt begründet:
„Wir, die Schülerinnen und Schüler der AG „Schule ohne Rassismus/ Schule mit Courage“ möchten uns nach reiflicher Überlegung von unserem Paten Sebastian Edathy trennen. Wir haben bewusst mit dieser Entscheidung bisher gezögert, um unabhängig von der ersten, eher gefühlsbetonten Meinungsbildung eine sachbezogenere, wohl durchdachte Entscheidung fällen zu können. Folgende Überlegungen sind für uns maßgeblich:
1. Wir sehen eine Patenschaft verbunden mit einer Vorbildwirkung. Dies schien uns bei der Entscheidung 2012 durchaus in der Person Edathys mit seiner Arbeit im NSU-Untersuchungsausschuss gegeben. Allerdings ist diese Wirkung nun nach Bekanntwerden der Vorwürfe bezüglich des Kaufes von Nacktfotos Minderjähriger nicht mehr gegeben, und zwar unabhängig davon, ob es sich hierbei um strafrechtlich relevante Käufe handelt. Ein Auftritt in der Schulöffentlichkeit vor Kindern und Jugendlichen wäre nicht mehr denkbar.
2. Es ist davon auszugehen, dass Herr Edathy mit hoher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit nicht an seinen Wohnort zurückkehrt, sodass er uns vermutlich ohnehin nicht mehr zur Verfügung stünde. Auch eine Kontaktaufnahme wäre, selbst wenn gewünscht, zur Zeit wohl kaum möglich.
3. Eine Patenschaft sollte nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern mit Leben gefüllt werden. Deshalb ist ein regionaler oder lokaler Bezug des Paten zu unserer Schule von Vorteil.